Marcus von Arbona
Historische Romane
Lasse dich mit dieser Trilogie von Marcus und seiner Gefährtin Anna in den frühmittelalterlichen Bodenseeraum zwischen den Jahren 926 und 933 entführen. Anbei sind auch die Karten der Bücher zu finden, die beispielsweise für das Hörbuch von Band 1 ganz hilfreich sein dürften. Gerne verweise ich bei dieser Gelegenheit auf drei Onlineplattformen, die mir bei den Recherchen eine grosse Hilfe waren: E-Chartae, Historisches Lexikon der Schweiz und Sanktgallus.net
Flucht durch Schwaben
Schwaben anno 926. Ungarische Reiterhorden fallen plündernd und mordend über die Siedlungen und Klöster im Bodenseeraum her. Dabei geraten der junge Krieger Marcus und die kämpferische Magd Anna unfreiwillig zwischen die Fronten und werden zu einer erbarmungslosen Flucht durch die wilde Landschaft des frühmittelalterlichen Schwabens gezwungen. Bald wird ihnen klar, dass sie nicht mehr nur ums eigene Überleben kämpfen, sondern um das Vermächtnis eines ganzen Herzogtums.

Das Erbe der thebäischen Legion
Schwaben im Jahr 928. Auf den Spuren der sagenumwobenen thebäischen Legion begibt sich ein junger Krieger vom Bodensee auf eine gefährliche Mission in den Süden des jungen Herzogtums. Zwar herrscht im frühmittelalterlichen Schwaben gerade Frieden, doch zwei Jahre nach den verheerenden Ungarneinfällen ist dieser mehr als trügerisch. Zwischen den Ostfranken und den Ungarn herrscht ein brüchiger Waffenstillstand. Als Gerüchte über das Auftauchen der siegverheissenden Heiligen Lanze kursieren, droht plötzlich ein alter Konflikt mit dem benachbarten Burgund zum Flächenbrand zu eskalieren. Erneut liegt es an Marcus, für das gemeinsame Glück mit Anna zu kämpfen und das umstrittene Herzogtum zu alter Stärke zu führen.

Entscheidung am Bodensee
Schicksalsjahr 933. Der ostfränkische König Heinrich beschwört einen neuerlichen Konflikt mit den Ungarn herauf. Doch während er seine Truppen im Norden bei Merseburg versammelt, dringen sarazenische Kampfverbände von Südfrankreich in die Alpentäler und bis nach St. Gallen vor. Als in der Bodenseefestung Arbon auch noch eine alte Fehde neu entflammt und es zu Spannungen zwischen Alemannen und Rätern kommt, muss der junge Krieger Marcus alles riskieren, um seine Familie zu beschützen.
Marcus von Arbona kämpft zum dritten Mal um das Schicksal des Herzogtums Schwaben und um das eigene Vermächtnis. Ein historisch fundierter Abenteuerroman im frühmittelalterlichen Bodenseeraum.

Unveröffentlichtes Interview
zu Band II
Das Erbe der thebäischen Legion
(Dezember 2025)
Was hat Sie inspiriert, Ihr Buch zu schreiben?
Seit meiner frühen Schulzeit liebe ich es, zu schreiben. Durch das Studium und die Arbeit bin ich aber lange nicht mehr dazu gekommen. Das zuweilen eintönige wissenschaftliche Schreiben hat in mir nach dem Abschluss meiner Doktorarbeit dann umso mehr die Kreativität und den Willen zur freien Entfaltung entfesselt. Das belletristische Schreiben bot mir die Möglichkeit, mich im Körper des Marcus von Arbona durch den wohlvertrauten frühmittelalterlichen Bodenseeraum zu bewegen. Und während meine Doktorarbeit außerhalb der Wissenschaft wohl kaum gelesen wird, bot mir die Romanreihe die Chance, diese bislang nur wenig bekannten historischen Ereignisse und archäologischen Befunde auf lockere Weise einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen. Dadurch konnte ich auch die Lücken in der historischen Überlieferung mit fiktiven, jedoch möglichen Realitäten zu füllen.
Welche Botschaft oder welches Thema möchten Sie, dass die Lesenden mitnehmen?
Mir geht es beim Erbe der thebäischen Legion unter anderem darum, das Bewusstsein fürs frühe Mittelalter zu wecken. Man kennt das hohe Mittelalter mit seinen Rittern und vielleicht noch die römische Antike, aber dazwischen lag keineswegs einfach ein dunkles Zeitalter oder eine Zäsur. Stattdessen erleben wir eine Zeit des Um- und Aufbruchs und die Antike und das Mittelalter verschmelzen nahtlos, was auch die Verstrickung der spätantiken Legende der thebäischen Legion und dem frühmittelalterlichen Herzogtum Schwaben zeigen soll. Die Menschen scheinen im gegenseitigen Umgang offener, Frauen gleichberechtigter und ein Aufstieg funktionierte mehr über die eigene Leistung als über die Geburt. Andererseits dürfen wir unsere heutigen Annehmlichkeiten durchaus schätzen. Wir müssen uns weit weniger Sorgen um die bloße Existenz machen und dank staatlicher Institutionen ist unser Leben und unser Besitz sicherer. Eine Zeit ist nicht per se schlecht oder böse. Wir Menschen machen sie dazu.
Was war der herausforderndste Teil beim Schreiben dieser Geschichte?
Ich durfte mich nicht zu sehr in Details verlieren, was als Historiker doch eine Herausforderung darstellte. Da ich meine Geschichten normalerweise kaum plane, sondern anhand weniger Eckdaten durch eine Welt wandle, die ich vor meinem inneren Auge sehe, fühle, rieche und erlebe, muss ich mich zwar stets daran erinnern, diese Wahrnehmungen auch niederzuschreiben, aber zugleich erlebe ich täglich neue Überraschungen, Glücksgefühle und Enttäuschungen. Im Fall der vorliegenden Geschichte wusste ich nie genau, wohin mich mein Weg führen wird und wer die Reise alles überlebt bzw. wer neu dazu kommt. Daher war es in der Überarbeitung besonders wichtig, die wesentlichen Punkte so herauszuarbeiten, dass die Haupthandlung als solche erkennbar bleibt. Und glauben Sie mir, in meinem Kopf haben sich noch deutlich mehr Dramen abgespielt, als ich sie hätte niederschreiben können, auch weil ich dabei zeitweise wirklich eingeschlafen bin und ich anschließend Traum von Realität unterscheiden musste. Ich denke, das merkt man beim Lesen von Marcus’ Abenteuer auf den Spuren der thebäischen Legion an der einen oder anderen Stelle.
Wer sind Ihre größten literarischen Einflüsse?
Das ist schwierig. Ich lese eigentlich gerne klassische Literatur, doch haben mich vermutlich eher moderne Autoren inspiriert und geprägt. So Bernard Cornwell mit seinen packenden Historien- und Schlachtenerzählungen, aber auch T.C. Boyle mit seinen inneren Konflikten und der ungeschönten Darstellung des täglichen Überlebenskampfs und existenziellen Fragen, die auch durch seine Zeit- und Generationensprünge verdeutlicht werden. Letzteres war auch in meiner Buchreihe um Marcus von Arbona geplant, wurde vom Verlag des ersten Bands aber gezwungenermaßen wieder entfernt. Spuren davon dürften noch zu erkennen sein.
Wie würden Sie Ihren Schreibstil beschreiben?
Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Aus der Erfahrung des wissenschaftlichen Schreibens bleibe ich absichtlich bei einer einfachen Sprache und möglichst unkompliziertem Satzbau. Dennoch möchte ich auch ein anspruchsvolleres Publikum bedienen, weshalb ich mit Analogien aus zeitgenössischen Chroniken und der Bibel spiele, die vermutlich nur den wenigsten Person auffallen dürften.
Was macht dieses Buch einzigartig im Vergleich zu anderen Büchern desselben Genres?
Seit ich lesen kann war ich vor allem an historischen Romanen interessiert, musste allerdings schnell feststellen, dass es mit der historischen Genauigkeit nicht überall gleich gut bestellt ist. Zudem gelten heute eher Bücher über Familienclans und gesellschaftliche Emanzipationsgeschichten als Inbegriff des historischen Romans. Ich wollte diesem Trend etwas entgegensetzen, das die verschiedenen Schichten und Probleme einer Gesellschaft behandelt, und das in einer Zeit, die auch über Fachliteratur kaum zu erschließen ist. Die Briten sind bei dieser Art der Geschichtsschreibung und entsprechenden Romanadaptionen schon deutlich weiter als wir in Mitteleuropa und insbesondere der schwäbisch-alemannische Raum existierte in der belletristischen Welt für diesen Zeitraum bislang kaum. Das wollte ich ändern.
Mit welcher Figur fühlen Sie sich persönlich am meisten verbunden, und warum?
Im Buch und in der ganzen Reihe habe ich mich stark mit Marcus identifiziert. Ursprünglich waren auch Zeitsprünge angedacht von meinem jugendlichen Ich als Gymnasiast zurück ins frühe Mittelalter. Daher ist der Roman auch aus der Egoperspektive geschrieben und viele der eigenen Gefühle und Erinnerungen sind im Buch verankert. Marcus ist vor allem zu Beginn (also in Band 1) eine sehr verunsicherte Persönlichkeit auf dem Weg zur Selbstfindung. Zugleich interessiert ihn seine Umwelt sehr und er neigt dazu, vieles zu überinterpretieren, besonders beim anderen Geschlecht. Wenn es darauf ankommt, seine Liebsten zu schützen, gibt er jedoch alles und bricht mit seiner ansonsten sehr eintönig wirkenden Persönlichkeit. Damit kann ich mich gut identifizieren.
Was hat die ursprüngliche Idee für die Handlung ausgelöst?
Die Idee für die ganze Reihe hat sich im Anschluss an meine Doktorarbeit über das frühmittelalterliche Herzogtum Schwaben aufgedrängt. Ich verbrachte damals täglich vier Stunden im Zug und hatte plötzlich nichts mehr zu forschen und niederzuschreiben. Zugleich befand ich mich gedanklich noch völlig in der Welt des frühmittelalterlichen Bodenseeraums. Damit wurde es Zeit, meine alte Leidenschaft des belletristischen Schreibens wieder aufzunehmen und mich als Marcus von Arbona durch die Landschaft der heutigen Schweiz vor tausend Jahren zu begeben. Auf die thebäische Legion kam ich unter anderem durch einen Besuch der Abtei Saint-Maurice im Wallis, wo der Legende nach die christlich-römischen Soldaten dezimiert wurden. Dank der legendhaften Flucht vieler Legionäre und ihrer Partnerinnen nach Norden und den noch heute auffindbaren Kirchenpatrozinien (unter anderem Felix und Regula in Zürich) ließ sich eine Reise vom Bodensee bis an den Genfersee erzählen, wie ich keinen schöneren Rahmen hätte finden können.
Welche Gefühle möchten Sie, dass die Leser beim Lesen Ihres Buches erleben?
Meine Leserinnen und Leser sollen sich tausend Jahre zurückversetzt mit den damaligen Ängsten und Sorgen wiederfinden. Sie sollen den Urwald des frühmittelalterlichen Europas fühlen und riechen, das Glück eines warmen Lagers, kameradschaftlicher Verbundenheit und echter Freundschaft fühlen. Vielleicht fühlen sie sich auch an die Verwirrtheit ihrer ersten Liebe erinnert oder stellen sich selbst als tapfere Recken und kühne Walküren im gedanklichen Zweikampf einer Herausforderung.
Gibt es kommende Projekte, auf die sich die Leser freuen sollten?
Im Frühling erscheint im Basler IL-Verlag mein erster Fantasyroman «Leola. Tochter des Opals», der historische Parallelen zum amerikanischen Westen und dem viktorianischen England aufweist und der mir erstmals die Möglichkeit geboten hat, auch einmal einen Fuß neben den Pfad der historischen Genauigkeit zu setzen. Aber natürlich bleibe ich historisch motivierten Erzählungen treu und so wird in den kommenden zwei Jahren ein historischer Krimi erscheinen, der im Zürichseeraum der 740er-Jahre spielt. Eine Zeit also noch vor Marcus mit einem Mordfall und Verstrickungen, welche die Geschichte Süddeutschlands und der Schweiz grundlegend prägten. Der Atem und die Ideen gehen mir noch lange nicht aus.











